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Etiketten in der Apotheke: Rezepturkennzeichnung, Standgefäße und Patienteninformation

Die Kennzeichnung von Individualarzneimitteln ist eine tägliche Herausforderung in der Apotheke: Viele Pflichtangaben, wenig Platz auf dem Gefäß. Dieser Leitfaden richtet sich an Apothekerinnen und Apotheker, PTA und Rezepturlabore. Er erklärt die Anforderungen der Apothekenbetriebsordnung, zeigt Formate für verschiedene Gefäße und gibt Tipps zur effizienten Etikettierung. Neben Apothekenetiketten produzieren wir auch Etiketten für die Pharmaindustrie und die Chemieindustrie.

Dieser Branchen-Leitfaden erklärt Pflichten und Organisation. Die konkrete Gestaltung und Bestellung erfolgt separat im Produktbereich.

Fachliche Verantwortung: Martin Schunk, Geschäftsführer Print Group GmbH & Co. KG. Seit über 15 Jahren Beratung von Apotheken zur Rezepturkennzeichnung, Standgefäßetikettierung und Materialwahl.

Dieser Leitfaden behandelt: Pflichtangaben nach § 14 ApBetrO (3-D-Regel), Etikettenformate für Kruken, Tuben, Tropfflaschen und Weithalsgefäße, Materialwahl (Papier, PP-Folie, Thermopapier), Standgefäßkennzeichnung nach CLP-Verordnung, Warnhinweise nach AMWarnV, Zusatzetiketten und Lagerhinweise.

Gut zu wissen: Wenn Sie bereits wissen, welches Material und Format Sie brauchen, können Sie Etiketten direkt konfigurieren. Für alle anderen lohnt sich zuerst die Beratung in diesem Leitfaden.

Rechtsgrundlage: § 14 Apothekenbetriebsordnung

Die Kennzeichnung von Rezepturarzneimitteln ist in § 14 der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) geregelt. Die 3-D-Regel fasst die Grundanforderungen zusammen: Die Kennzeichnung muss deutlich (gut lesbar), dauerhaft (wischfest, nicht ablösbar) und in deutscher Sprache verfasst sein. Bei Wirkstoffen und Bestandteilen ist auch Latein zulässig.

Pflichtangaben auf dem Rezepturetikett

Nr. Pflichtangabe Hinweis
1 Name und Anschrift der Apotheke Bei abweichendem Hersteller auch dessen Angaben
2 Name des Patienten Bei Verschreibung
3 Inhalt nach Gewicht, Rauminhalt oder Stückzahl In gebräuchlichen Einheiten (g, ml)
4 Art der Anwendung Konkret: "zum Auftragen auf die Haut", nicht nur "äußerlich"
5 Gebrauchsanweisung Sofern nicht direkt an den Arzt abgegeben
6 Wirkstoffe nach Art und Menge Sonstige Bestandteile nach Art
7 Herstellungsdatum  
8 Verwendbarkeitsfrist "verwendbar bis" oder "verw. bis" mit Tag, Monat, Jahr
9 Besondere Vorsichtsmaßnahmen Lagerung, Entsorgung

Änderung seit Juni 2022: Für sonstige Bestandteile müssen nun auch Angaben zur Konzentration oder Menge erfolgen, soweit nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erforderlich. Das betrifft insbesondere potentiell allergisierende Stoffe und Konservierungsmittel.

Etikettenformate für verschiedene Gefäße

Die größte Herausforderung in der Rezeptur: Viele Pflichtangaben auf wenig Platz. Die ApBetrO sieht keine vereinfachte Kennzeichnung für kleine Gefäße vor.

Salbenkruken und Spenderdosen

Gefäß Etikettenformat Besonderheit
10 g Kruke 40 x 25 mm Sehr begrenzt, Zusatzetikett nötig
25 g Kruke 50 x 30 mm Grundangaben möglich
50 g Kruke 60 x 35 mm Alle Pflichtangaben passen
100 g Kruke 70 x 40 mm Ausreichend Platz

Tuben

Tuben sind besonders schwierig zu etikettieren. Die gewölbte Oberfläche und der begrenzte Platz erfordern schmale, flexible Etiketten.

Tube Format Hinweis
10 g 45 x 15 mm Nur Kernangaben, Fahnen-Etikett
20 g 55 x 20 mm Kompakte Gestaltung
50 g 65 x 25 mm Standard-Rezepturetikett
100 g 80 x 30 mm Vollständige Angaben

Tipp Fahnen-Etikett: Die kurze Seite wird auf die Tube geklebt. Vorder- und Rückseite können beschriftet werden. Mit transparenter Schutzfolie überkleben.

Tropfflaschen und Pipettenflaschen

Flasche Format
5 ml 35 x 20 mm
10 ml 45 x 25 mm
20 ml 50 x 30 mm
50 ml 60 x 35 mm

Augentropfen: Bei unkonservierten Augentropfen zur Tiefkühllagerung den Hinweis "Nach Auftauen nicht wieder einfrieren!" nicht vergessen.

Weithalsgefäße und Pulverdosen

Gefäß Format
20 ml 45 x 25 mm
50 ml 55 x 30 mm
100 ml 65 x 35 mm
200 ml 80 x 45 mm

Materialwahl für Apothekenetiketten

Das Etikett muss während der gesamten Verwendbarkeitsfrist lesbar und haftend bleiben. Es muss wischfest beschriftet sein, einen dauerhaften Klebstoff haben und gegen Salbengrundlagen beständig sein.

Material Eigenschaft Einsatz
Papier mit Schutzfolie Standard, mit Klebeband überklebt Günstig, aber arbeitsintensiv
Beschichtetes Papier Werkseitig geschützt, wischfest Folierung entfällt
PP-Folie Wasserbeständig, fettresistent Ölige Grundlagen, Kühlschranklagerung
Thermopapier mit Schutzlack Für Thermodrucker, verhindert Verblassen Nicht für Lagerung über 40 °C

Standgefäßkennzeichnung nach CLP-Verordnung

Standgefäße in der Rezeptur und im Labor unterliegen der CLP-Verordnung (EG Nr. 1272/2008). Die Kennzeichnung erfordert: Stoffbezeichnung, Gefahrenpiktogramme (GHS-Symbole), Signalwort (Gefahr oder Achtung), H-Sätze, P-Sätze und Lieferantenangaben. Ausführliche Hinweise zur GHS/CLP-Kennzeichnung finden Sie im separaten Branchen-Leitfaden.

ABDA-Farbkonzept für Standgefäße

Farbe Bedeutung
Weiß Nicht gefährliche Stoffe
Gelb Entzündbare Stoffe
Rot Giftige Stoffe
Blau Gesundheitsschädliche Stoffe
Orange Ätzende oder reizende Stoffe

Warnhinweise nach AMWarnV

Die Arzneimittel-Warnhinweisverordnung regelt die Kennzeichnung von Ethanol- und Tartrazin-haltigen Arzneimitteln.

Ethanolhaltige Rezepturen

Für Rezepturen zur inneren Anwendung oder Anwendung in der Mundhöhle gelten abgestufte Warnhinweise:

Ethanol pro Einzeldosis Warnhinweis
0,05 bis 0,5 g "Enthält ... Vol.-% Alkohol"
Über 0,5 g Ausführlicher Warnhinweis mit Risikogruppen (Leberkranke, Alkoholkranke, Epileptiker, Schwangere, Kinder) und Hinweis Straßenverkehr

Tartrazinhaltige Rezepturen

Bei Rezepturen mit dem Farbstoff Tartrazin muss der Warnhinweis auf mögliche allergieartige Reaktionen auf das Etikett.

Hinweis: Die AMWarnV wird derzeit überarbeitet. An ihre Stelle soll nach aktuellem Stand eine Bekanntmachung treten, die auf die EU-weit geltende "Excipients Guideline" verweist. Prüfen Sie den aktuellen Stand bei Ihrer Landesapothekerkammer.

Zusatzetiketten und Hilfsmittel

Grundlagen-Etiketten

Für häufig verwendete Grundlagen wie Basiscreme DAC, Unguentum Cordes oder Hydrophile Salbe DAB können Sie vorgedruckte Zusatzetiketten anfertigen. Diese enthalten die vollständige Zusammensetzung und werden bei Platzmangel zusätzlich auf das Gefäß geklebt.

Lagerhinweise

Standardisierte Aufkleber für häufige Hinweise:

  • "Im Kühlschrank aufbewahren (2-8 °C)"
  • "Nicht über 25 °C lagern"
  • "Vor Licht geschützt aufbewahren"
  • "Vor Gebrauch schütteln"
  • "Für Kinder unzugänglich aufbewahren"

Aufbrauchfrist: Bei Mehrdosenbehältnissen ist die Aufbrauchfrist nach Anbruch relevant. Ein Feld "Anbruch am: ____" hilft dem Patienten, die Frist einzuhalten.

Druck und Software

Druckverfahren Vorteile Nachteile
Thermodrucker Schnell, günstig im Verbrauch Verblasst bei Hitze und Licht. Schutzlack empfohlen.
Laserdrucker Dauerhafter Aufdruck Etiketten auf Bögen, weniger flexibel bei Einzeletiketten
Tintenstrahldrucker Gute Druckqualität Tinte verläuft bei Feuchtigkeit. Nur mit wasserfesten Etiketten.

Schriftart und -größe: Serifenlose Schriften wie Arial, Calibri oder Helvetica sind besser lesbar. Mindestgröße 6 Punkt, besser 8 Punkt für ältere Patienten. Testen Sie Ihre Schriftart auf Verwechslungsgefahr zwischen "1", "l" (kleines L) und "I" (großes i).

Praxisbeispiel: Rezepturetikett für Triamcinolonacetonid-Creme

Eine typische Rezeptur: Triamcinolonacetonid-Creme 0,1 % NRF 11.38, 50 g, für einen Patienten mit Verschreibung.

Das Etikett enthält:

  • Apotheken-Name und Anschrift
  • Patientenname
  • Triamcinolonacetonid-Creme 0,1 % NRF 11.38
  • Triamcinolonacetonid 0,05 g
  • Basiscreme DAC ad 50,0 g (Zusammensetzung auf Zusatzetikett)
  • Creme zum Auftragen auf die Haut
  • 2x täglich dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen
  • Hergestellt am: 29.01.2026
  • Verwendbar bis: 28.02.2026
  • Nicht über 25 °C lagern
  • Für Kinder unzugänglich aufbewahren

Format: 60 x 35 mm auf 50-g-Kruke. Zusatzetikett 30 x 20 mm für die Basiscreme-Zusammensetzung.

Checkliste: Rezepturetikett vor Abgabe prüfen

Pflichtangaben vollständig

  • Name und Anschrift der Apotheke?
  • Patientenname (bei Verschreibung)?
  • Inhalt mit Einheit (g, ml)?
  • Art der Anwendung konkret formuliert?
  • Gebrauchsanweisung vorhanden?
  • Wirkstoffe nach Art und Menge?
  • Sonstige Bestandteile nach Art?
  • Herstellungsdatum?
  • Verwendbarkeitsfrist korrekt formatiert?
  • Lager- und Entsorgungshinweise?

Qualität und Warnhinweise

  • Schrift gut lesbar (mind. 6 Punkt)?
  • Etikett dauerhaft befestigt?
  • Schutzfolie aufgebracht (falls nötig)?
  • Warnhinweis Ethanol (falls zutreffend)?
  • Warnhinweis Tartrazin (falls zutreffend)?
  • Keine Verwechslungsgefahr bei Zeichen?
  • Zusatzetikett bei kleinen Gefäßen?

Häufige Fragen zur Rezepturkennzeichnung

Was bedeutet die 3-D-Regel?

Deutlich (gut lesbar), dauerhaft (wischfest, nicht ablösbar) und in deutscher Sprache. Bei Wirkstoffen ist auch Latein zulässig. Das sind die drei Grundanforderungen der ApBetrO an jedes Rezepturetikett.

Reicht "äußerlich" als Anwendungsart?

Nein. Die ApBetrO verlangt eine konkrete Formulierung: "zum Auftragen auf die Haut", "zum Einführen in den After", "zum Einträufeln in den Gehörgang". Allgemeine Begriffe wie "äußerlich" oder "innerlich" allein genügen nicht.

Welches Material für Salbenrezepturen?

PP-Folie ist die beste Wahl für Rezepturen mit öliger Grundlage. Sie ist wasserbeständig, fettresistent und haftet dauerhaft auf Kruken und Tuben. Alternativ beschichtetes Papier mit wischfestem Aufdruck.

Was muss seit Juni 2022 zusätzlich auf das Etikett?

Für sonstige Bestandteile müssen nun auch Angaben zur Konzentration oder Menge erfolgen, soweit nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erforderlich. Das betrifft insbesondere potentiell allergisierende Stoffe und Konservierungsmittel.

Wie kennzeichne ich Standgefäße korrekt?

Standgefäße unterliegen der CLP-Verordnung: Stoffbezeichnung, GHS-Piktogramme, Signalwort, H-Sätze, P-Sätze und Lieferantenangaben. Die ABDA empfiehlt ein Farbkonzept: Weiß für ungefährlich, Gelb für entzündbar, Rot für giftig, Blau für gesundheitsschädlich, Orange für ätzend.

Wann brauche ich einen Ethanol-Warnhinweis?

Bei Rezepturen zur inneren Anwendung oder Anwendung in der Mundhöhle: Ab 0,05 g Ethanol pro Einzeldosis den Alkoholgehalt angeben. Ab 0,5 g den ausführlichen Warnhinweis mit Risikogruppen.

Was ist ein Fahnen-Etikett?

Eine Lösung für kleine Tuben. Die kurze Seite wird auf die Tube geklebt, Vorder- und Rückseite können beschriftet werden. So passt mehr Text auf weniger Klebefläche. Mit transparenter Folie überkleben.

Gibt es Mindestbestellmengen?

Digitale Produktionsverfahren ermöglichen auch kleine Auflagen. Für vorgedruckte Etiketten mit Apothekenlogo und Layoutrahmen sind bereits geringe Stückzahlen umsetzbar.

Typische Fehler bei Rezepturetiketten

Fehler Problem Lösung
Anwendungsart zu ungenau "Äußerlich" statt konkreter Formulierung "Zum Auftragen auf die Haut", "zum Einträufeln in den Gehörgang"
Verwendbarkeitsfrist falsch formatiert Nur Monat/Jahr statt Tag/Monat/Jahr "verw. bis 28.02.2026" mit vollständigem Datum
Bestandteile unvollständig Seit 2022 auch Konzentration/Menge erforderlich Allergisierende Stoffe und Konservierungsmittel mit Menge angeben
Etikett nicht wischfest Thermodruck verblasst, Salbengrundlage löst Tinte PP-Folie oder beschichtetes Papier, Schutzlack
Ethanol-Warnhinweis vergessen AMWarnV-Verstoß bei oralen Rezepturen Checkliste vor Abgabe prüfen, Warenwirtschaft enthält Warnhinweis-Modul

Ihre Vorteile bei uns

  • Branchen-Beratung: Material, Format und Klebstoff abgestimmt auf Rezepturgefäße
  • PP-Folie für ölige Grundlagen und Kühlschranklagerung
  • Beschichtetes Papier mit wischfestem Aufdruck
  • Kleine Formate ab 35 x 20 mm für Tropfflaschen und Augentropfen
  • Vorgedruckte Etiketten mit Apothekenlogo und Layoutrahmen
  • Kostenlose Datenprüfung und technische Abstimmung vor Druck
  • Eigene Produktion in Deutschland

Technische Umsetzung und Bestellung

Sie möchten Apothekenetiketten bestellen? Hier gelangen Sie direkt zum Konfigurator. Dieser Leitfaden informiert, die Produktseite liefert.

Apothekenetiketten anfragen

Dieser Leitfaden dient der regulatorischen und technischen Orientierung. Die eigentliche Bestellung erfolgt separat.

Apothekenetiketten konfigurieren Beratung anfragen

Rechtlicher Hinweis: Die Angaben in diesem Leitfaden dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine pharmazeutische oder rechtliche Beratung. Die Apothekenbetriebsordnung und zugehörige Verordnungen werden regelmäßig aktualisiert. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an Ihre Landesapothekerkammer oder die ABDA. Wir als Etikettenhersteller unterstützen Sie bei der technischen Umsetzung. Die pharmazeutische Verantwortung für die korrekte Kennzeichnung liegt beim freigebenden Apotheker.

Über den Autor

Fachberatung Pharma- und Apothekenetiketten der Print Group GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Martin Schunk. Wir beliefern seit über 15 Jahren Apotheken mit Rezepturetiketten, Standgefäßetiketten und Kennzeichnungslösungen. Schwerpunkte: ApBetrO-konforme Rezepturkennzeichnung, Materialberatung für verschiedene Gefäßtypen, CLP-konforme Standgefäßetikettierung.

Bewertung des Tages

"Wir haben Kosmetiketiketten bestellt und diese sind hervorragend geworden viel Dank"

- Nicole A