Etiketten für Brauereien: Mehrweg, Waschstraße und Handel
Eine Bierflasche macht mehr durch als fast jedes andere Gebinde. Sie geht bis zu fünfzig Mal durch den Pfandkreislauf, steht im Eiswasser, fährt bei 40 Grad über die Autobahn und läuft am Ende durch eine Waschanlage mit heißer Natronlauge.
Dieser Leitfaden zeigt, was das für Ihre Etikettierung bedeutet. Für Materialien, Formate und den Sofortpreis gehen Sie direkt zu den Etiketten fuer Bierflaschen. Geliefert wird als Etiketten auf Rolle, passend für Ihre Etikettiermaschine.
Der Weg einer Bierflasche
Jede Station stellt eine eigene Anforderung an das Etikett:
- Abfüllung: Die Flasche verlässt die Anlage mit 4 bis 8 Grad, feucht und kalt.
- Lagerung: Im Lager schwankt die Temperatur zwischen 2 und 15 Grad.
- Transport: Auf dem LKW werden im Sommer 40 Grad erreicht.
- Kühlregal: Der Getränkemarkt kühlt auf 6 bis 8 Grad, es bildet sich Kondenswasser.
- Eiswasser: Auf dem Fest landet die Flasche im Kübel, oft stundenlang.
- Rückgabe: Die Mehrwegflasche geht zurück in den Pool.
- Waschanlage: 80 Grad, 1,5 Prozent Natronlauge.
An jeder dieser Stationen bildet sich Kondenswasser. Ein Etikett, das dem nicht standhält, wellt sich, hebt an den Ecken ab oder wird unleserlich.
Der entscheidende Punkt: Mehrweg oder Einweg
Hier trennt sich alles. Es ist die erste Frage, die wir jedem Brauer stellen.
Mehrweg
Die Flasche durchläuft bis zu fünfzig Umläufe. Das Etikett muss sich in der Waschanlage vollständig ablösen. Klebereste verstopfen die Filter und beschädigen die Anlage.
Sie brauchen einen laugenlöslichen oder Wash-Off-Kleber. Der löst sich in der heißen Lauge, das Etikett schwimmt ab und wird abgeschöpft. Eine Garantie auf rückstandsfreie Ablösung gibt der Hersteller nicht, deshalb gehört der Test in Ihrer eigenen Anlage dazu.
Einweg
Hier ist die Ablösung kein Thema, dafür kommt die Pfandkennzeichnung dazu. Das Etikett darf permanent haften, muss aber nassfest sein, weil die Flasche im Kühlregal und im Eiskübel steht. Dafür eignen sich Nassfeste Etiketten oder PP-Folie.
Der teuerste Fehler in dieser Branche: Permanentkleber auf Mehrwegflaschen. Die Klebereste bleiben in der Waschanlage zurück, und Abfüller sortieren solche Flaschen aus dem Pool aus. Der Schaden trifft nicht die Etiketten, sondern das Leergut.
Brauereigröße und passende Lösung
| Brauereigröße | Sortiment | Empfohlene Lösung |
|---|---|---|
| Gasthausbrauerei, unter 1.000 hl | 3 bis 5 Sorten, Direktverkauf | Rollenetiketten ab 1 Stück, abwaschbarer Kleber für Mehrweg |
| Kleinbrauerei, 1.000 bis 10.000 hl | 5 bis 10 Sorten, regionale Händler | Rollenetiketten für das Kernsortiment, Sondereditionen in Kleinauflage dazu |
| Mittelständische Brauerei, ab 10.000 hl | 10 bis 20 Sorten, LEH | Rollenetiketten mit laugenlöslichem Kleber, mehrere Motive in einem Auftrag |
Der Digitaldruck spielt seine Stärke aus, sobald Sie mehr als eine Sorte führen. Sie zahlen die Gesamtmenge, nicht die Anzahl der Motive. Dreißig Sorten zu je 1.000 Stück kosten dasselbe wie 30.000 Stück einer Sorte.
Praxistipp für Kleinbrauereien: Lassen Sie ein freies Feld für MHD und Losnummer. Dann drucken Sie bei Chargenwechsel nach, statt neue Etiketten zu bestellen. Dafür brauchen Sie ein Material, das sich per Thermotransfer bedrucken lässt. Was sonst noch für Flaschenetiketten gilt, steht auf der zugehörigen Seite.
DPG-Pfandkennzeichnung
Bier in Einwegflaschen und Dosen ist pfandpflichtig. Mehrwegflaschen sind es nicht.
Für die Einweg-Kennzeichnung brauchen Sie:
- Das DPG-Logo in vorgeschriebener Größe und Position
- Den EAN-Code mit DPG-Zusatzcode
- Eine Registrierung bei der Deutschen Pfandsystem GmbH
Das Logo darf nur mit Genehmigung der DPG gedruckt werden. Die Registrierung läuft über Sie, nicht über uns. Wenn die Freigabe vorliegt, setzen wir das Logo an die vorgeschriebene Stelle.
Für Dosen gelten dieselben Regeln.
Barcode für den Handel
Ohne scannbaren Barcode kein Regalplatz. Der EAN-13 ist im deutschen Lebensmitteleinzelhandel der Standard.
Drei Punkte entscheiden darüber, ob die Kasse den Code liest:
- Größe: Nennmaß 26,3 mal 37,3 mm, zulässiger Vergrößerungsfaktor 0,8 bis 2,0
- Ruhezone: mindestens 5 mm freier Rand auf jeder Seite
- Kontrast: dunkle Balken auf hellem Grund, nie umgekehrt
Ein Fehler, der teuer wird: Der Barcode landet direkt auf metallisierter Folie. Die spiegelnde Oberfläche verhindert den nötigen Kontrast, die Kasse liest den Code nicht. Legen Sie unter dem Barcode immer eine weiße Fläche an, dann funktioniert auch Silberfolie.
Der Jahresverlauf einer Brauerei
Die Etikettenbestellung folgt dem Braukalender, nicht dem Kalenderjahr.
- Januar bis März: ruhige Phase, gute Zeit für Neugestaltung und Materialtests
- April: Bestellung für die Saison, Maibock und Sommerbiere
- Mai bis August: Hauptsaison, Nachbestellungen laufen über den Express
- September: Festbier und Oktoberfest, oft mit Sonderetikett
- Oktober bis Dezember: Winterbock, Weihnachtsbier, Geschenksets
Planen Sie die Saisonbiere im Winter, nicht im Frühjahr. Wenn im Mai der Bock nachbestellt wird, ist die Druckerei voll. Regulär produzieren wir in 5 bis 7 Werktagen. Wird es eng, greift der 24-Stunden-Express mit Bestellschluss 9:30 Uhr oder der 48-Stunden-Express mit Bestellschluss 10:00 Uhr, beide für eine begrenzte Materialauswahl.
Typische Fehler in der Praxis
In über zwanzig Jahren Zusammenarbeit mit Brauereien sehen wir immer wieder dieselben vier:
- Permanentkleber auf Mehrweg. Kostet den Pfand-Pool. Für Mehrweg immer laugenlöslich.
- Nicht nassfestes Papier. Löst sich nach dreißig Minuten im Eiswasser. Nur nassfeste Papiere oder PP-Folie.
- Zutatenverzeichnis vergessen. Betrifft vor allem Importbiere ohne deutschsprachiges Etikett. Nachetikettieren kostet mehr als die ursprüngliche Auflage.
- Barcode auf Metallic. Nicht scannbar, Auslistung im Handel.
Vor der Auflage testen
Bei Bier ist der Test wichtiger als bei jedem anderen Produkt, weil die Waschanlage nicht verhandelt.
Kleben Sie ein Muster auf Ihre echte Flasche, stellen Sie sie eine Stunde ins Eiswasser und lassen Sie sie einmal durch Ihre Waschstraße laufen. Danach wissen Sie, ob der Kleber taugt.
Dafür können Sie Musteretiketten anfordern. Für das fertige Motiv bestellen Sie vor der Auflage einen Probedruck.
Häufige Fragen
Löst sich das Etikett in unserer Waschanlage ab?
Mit laugenlöslichem oder Wash-Off-Kleber löst er sich in der heißen Lauge. Eine Garantie auf rückstandsfreie Ablösung gibt der Hersteller nicht, deshalb testen Sie in Ihrer eigenen Anlage. Mit Permanentkleber nicht, das kostet Sie den Pfand-Pool.
Produzieren Sie Nassleimetiketten?
Ja, auf Anfrage ab 1.000 Stück. Die Bestellung läuft über das Formular unter Nassleimetiketten, nicht über den Konfigurator. Für kleinere Auflagen und mehrere Sorten ist die selbstklebende Rolle meist die praktischere Wahl, weil der Kleber über die Mehrweg-Tauglichkeit entscheidet, nicht das System.
Können Sie mehrere Sorten in einem Auftrag drucken?
Ja, ohne Aufpreis je Motiv. Sie zahlen die Gesamtmenge.
Ab welcher Menge lohnt sich das?
Ab 1 Stück ist es möglich. Wirtschaftlich wird es ab etwa 250 Stück je Sorte.
Etikettieren Sie auch Sekt, Cider und Weinflaschen?
Ja. Die Anforderungen ähneln sich, weil auch dort Kondenswasser, Eiskübel und bei Mehrweg die Waschstraße dazukommen. Worauf es dabei ankommt, steht bei den Weinetiketten.
Drucken Sie das DPG-Logo?
Ja, wenn Ihre Registrierung bei der DPG vorliegt. Die Anmeldung müssen Sie selbst vornehmen.
Alle Materialien, Formate und den Sofortpreis finden Sie auf der Produktseite zu den Bieretiketten. Eine Übersicht über alle Alle Branchen steht im Branchenbereich, alle Materialien und den Konfigurator unter Etiketten drucken.
Rechtlicher Hinweis
Die Angaben in diesem Leitfaden dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Welche Angaben auf Ihr Etikett gehören, verantwortet der Inverkehrbringer, also der Hersteller oder Abfüller des Produkts.
Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die zuständige Behörde oder an einen Fachanwalt. Wir als Etikettendruckerei setzen die von Ihnen gelieferten Angaben technisch um.
Bewertung des Tages
"Danke sehr gute Qualität, habe vorher woanders gedruckt."
- B.I