Etiketten für Imker: Honigverordnung, Glastypen und Gewährverschluss
Deutschland zählt rund 143.000 Imkerinnen und Imker mit etwa 964.000 Bienenvölkern. 96 Prozent halten bis zu 25 Völker. Die Nachfrage nach deutschem Honig übersteigt das Angebot, nur rund 35 Prozent des Konsums stammen aus heimischer Produktion. Neben Etiketten für Imkereien produzieren wir auch Etiketten für Lebensmittelbetriebe, Winzer und Kaffeeröster.
Dieser Branchen-Leitfaden beantwortet alle Fragen rund um die Etikettierung von Honig: gesetzliche Pflichtangaben, Glastypen und passende Formate, Gewährverschluss, Materialwahl nach Vertriebsweg und Kennzeichnung von Nebenprodukten wie Propolis und Blütenpollen. Honigetiketten konfigurieren oder weiterlesen für die ausführliche Beratung.
Dieser Leitfaden behandelt: Pflichtangaben nach Honigverordnung und LMIV, neue Kennzeichnungspflicht für Mischhonige ab Juni 2026, Glastypen (DIB, Twist-Off, Sechseck) und passende Etikettenformate, Gewährverschluss richtig messen, Materialwahl nach Vertriebsweg, Etikettierung von Nebenprodukten (Propolis, Blütenpollen, Wachskerzen). Beratung für Imkereien jeder Größe.
Inhalt dieser Seite:
- Der Weg des Honigs
- Gesetzliche Kennzeichnung
- Neue Kennzeichnungspflicht ab Juni 2026
- Glastypen und Etikettenformate
- Gewährverschluss
- Materialwahl nach Vertriebsweg
- Veredelungen
- Imkereigrößen und Etikettenbedarf
- Vertriebswege
- Variable Daten: MHD und Losnummer
- Nebenprodukte etikettieren
- Barcode und EAN
- Design-Grundsätze
- Typische Fehler
- Jahresplanung
- Planungs- und Produktionsablauf
- Checkliste
- Häufige Fragen
Schnelleinstieg: Pflichtangaben | Glastypen + Formate | Gewährverschluss messen | Neue Regeln ab 2026
Gut zu wissen: Wenn Sie bereits wissen, welches Material und Format Sie brauchen, können Sie Honigetiketten direkt konfigurieren. Für alle anderen lohnt sich zuerst die Beratung in diesem Leitfaden.
Der Weg des Honigs: Von der Wabe zum Regal
Bevor Sie über Etiketten nachdenken, hilft ein Blick auf den gesamten Prozess. Jeder Schritt beeinflusst die spätere Etikettierung.
- Ernte: Reife Honigwaben aus der Beute entnehmen.
- Entdeckeln: Wachsdeckel von den Zellen entfernen.
- Schleudern: Honig durch Zentrifugalkraft aus den Waben lösen.
- Sieben: Grobe Wachsteilchen herausfiltern.
- Rühren: Bei Bedarf für cremige Konsistenz.
- Abfüllen: In Gläser, Temperatur zwischen 25 und 30 Grad.
- Etikettieren: Direkt nach dem Abfüllen, bevor Kondenswasser die Haftung beeinträchtigt.
- Lagern und Verkaufen.
Praxistipp: Etikettieren Sie direkt nach dem Abfüllen. So vermeiden Sie Kondenswasser auf der Glasoberfläche, das die Haftung beeinträchtigt. Reinigen Sie die Gläser vorher gründlich und lassen Sie sie bei Raumtemperatur vollständig trocknen.
Gesetzliche Kennzeichnung: Was auf das Honigetikett muss
Die Honigverordnung (HonigV) und die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) regeln die Pflichtangaben. Wer Honig verkauft, muss diese einhalten.
Pflichtangaben für Honig
| Pflichtangabe | Details | Beispiel |
|---|---|---|
| Verkehrsbezeichnung | "Honig" reicht. Besser: Sortenangabe. Botanische Bezeichnungen nur wenn überwiegend aus dieser Pflanzenart. | Blütenhonig, Waldhonig, Rapshonig |
| Ursprungsland | Muss ausgeschrieben werden. "DE" reicht nicht. | Deutschland |
| Name und Anschrift | Vollständige postalische Adresse. E-Mail oder Website allein genügt nicht. | Imkerei Muster, Musterstr. 1, 12345 Musterstadt |
| Nettofüllmenge | In g oder kg. Schriftgröße nach Füllmenge. | 500 g, 250 g |
| MHD | Tages-, monats- oder jahresgenau. Üblich: 2 Jahre ab Abfüllung. | Mind. haltbar bis Ende 12/2027 |
| Los-/Chargennummer | Beginnt meist mit "L". Entfällt bei tagesgenauem MHD. | L2025-03 |
Schriftgrößen nach LMIV
| Füllmenge | Mindestschriftgröße |
|---|---|
| bis 50 g | 2 mm |
| 50 bis 200 g | 3 mm |
| 200 g bis 1 kg | 4 mm |
| über 1 kg | 6 mm |
Die x-Höhe aller Pflichtangaben muss mindestens 1,2 mm betragen. Bei Etiketten unter 80 cm²: 0,9 mm.
Was nicht auf das Etikett darf: Keine Zutatenliste (Honig ist ein Einkomponentenprodukt). Keine Nährwerttabelle (unverarbeitete Erzeugnisse aus einer Zutat sind befreit). Keine irreführenden Begriffe wie "echt", "naturrein" oder "kalt geschleudert" (beschreiben Selbstverständlichkeiten). Ausnahme: "Echter Deutscher Honig" ist markenrechtlich geschützt und nur auf dem offiziellen DIB-Gewährverschluss erlaubt.
Säuglingshinweis: Honig kann Clostridium-botulinum-Sporen enthalten, die für Säuglinge unter einem Jahr gefährlich sein können. Ein Warnhinweis ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Wiederverkäufer (Supermärkte, Reformhäuser) verlangen ihn aber zur rechtlichen Absicherung. Klären Sie bei Einzelhandelsbelieferung vorab, ob ein Säuglingshinweis gewünscht ist.
Rechtlicher Hinweis: Diese Übersicht dient der allgemeinen Orientierung. Prüfen Sie vor Veröffentlichung die aktuellen Fassungen der Honigverordnung und LMIV. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an die zuständige Lebensmittelüberwachungsbehörde.
Neue Kennzeichnungspflicht ab Juni 2026
Ab dem 14. Juni 2026 gelten strengere Regeln für Mischhonige. Die bisherige Angabe "Mischung aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern" reicht dann nicht mehr. Stattdessen müssen alle Herkunftsländer in absteigender Reihenfolge mit Prozentanteilen aufgeführt werden.
Beispiel: "Deutschland 60 %, Spanien 25 %, Ungarn 15 %". Bei Verpackungen unter 30 g sind ISO-Ländercodes erlaubt.
Für deutsche Imker, die ausschließlich eigenen Honig abfüllen, ändert sich wenig. Die Angabe "Deutschland" bleibt ausreichend. Die Regelung betrifft vor allem Abfüllbetriebe, die Mischhonige vertreiben.
Glastypen und Etikettenformate: Was passt wohin?
Nicht jedes Etikett passt auf jedes Glas. Die Wahl des Glastyps bestimmt die Etikettenform und Größe.
Das DIB-Glas
Das Glas des Deutschen Imkerbundes ist der Klassiker. Es fasst 500 g und hat eine charakteristische Form mit dem goldenen Deckel und der geprägten Imkerbund-Biene. Die leicht gewölbte Glasfläche erfordert flexible Etiketten.
Empfohlenes Etikettenformat: Rechteckig, 96 x 51 mm. Ausreichend Platz für alle Pflichtangaben und Logo.
Das offizielle DIB-Etikett mit dem Gewährverschluss ist markenrechtlich geschützt. Nur Mitglieder des Deutschen Imkerbundes dürfen es verwenden. Für eigene Designs auf dem DIB-Glas gelten keine Einschränkungen.
Neutralgläser mit Twist-Off-Verschluss
Twist-Off-Gläser sind günstiger als DIB-Gläser und bieten mehr Gestaltungsfreiheit. "TO" bezeichnet den Deckeldurchmesser in Millimetern.
| Glasgröße | Deckel | Etikettenformat (Empfehlung) |
|---|---|---|
| 1.000 g | TO 82 | 120 x 60 mm oder 100 x 70 mm |
| 500 g | TO 82 | 96 x 51 mm oder 85 x 55 mm (oval) |
| 250 g | TO 66 | 76 x 37 mm oder 70 x 40 mm (oval) |
| 125 g | TO 53 | 55 x 30 mm oder 50 x 35 mm |
| 30 g (Probierglas) | TO 43 | 40 x 25 mm |
Sechseckgläser
Sechseckgläser sind ein Blickfang im Regal. Für die Etikettierung eignen sich rechteckige Formate, die auf eine der sechs Flächen passen, oder runde Etiketten für den Deckel.
| Füllmenge | Deckel | Etikettenformat |
|---|---|---|
| 500 g | TO 63 | 70 x 50 mm |
| 350 g | TO 63 | 60 x 45 mm |
| 250 g | TO 58 | 55 x 40 mm |
| 140 g | TO 48 | 45 x 35 mm |
Gewährverschluss: So messen Sie richtig
Der Gewährverschluss ist ein Etikettenstreifen, der vom Glas über den Deckel auf die gegenüberliegende Seite reicht. Beim Öffnen reißt er sichtbar ein. Das signalisiert dem Kunden: Dieses Glas wurde nicht geöffnet.
Länge berechnen
- Messen Sie den Deckeldurchmesser.
- Addieren Sie zweimal die gewünschte Seitenlänge (wie weit der Streifen am Glas herunterreichen soll).
- Fügen Sie 10 mm Überlappung hinzu.
Beispiel für ein 500g DIB-Glas: Deckeldurchmesser 70 mm + 2 x 15 mm Seitenlänge + 10 mm Überlappung = 110 mm Gesamtlänge.
Gängige Gewährverschluss-Formate
| Glasgröße | Format |
|---|---|
| 500 g DIB-Glas | 40 x 100 mm oder 40 x 110 mm |
| 500 g Twist-Off | 35 x 90 mm |
| 250 g Glas | 35 x 80 mm |
| 125 g Probierglas | 30 x 60 mm |
Praxistipp: Beim DIB-Glas ist der Gewährverschluss gleichzeitig das offizielle DIB-Etikett mit dem grün-goldenen Band. Wenn Sie kein DIB-Mitglied sind, gestalten Sie Ihren eigenen Gewährverschluss. Er erhöht das Kundenvertrauen und signalisiert professionelle Arbeitsweise.
Materialwahl nach Vertriebsweg
Papieretiketten
Papier vermittelt Natürlichkeit und passt zum handwerklichen Charakter einer Imkerei. Abwaschbare Papiere lösen sich im Wasserbad rückstandsfrei. Ideal für Mehrweggläser.
Einsatz: Hofladen, Wochenmarkt, Direktverkauf, Mehrwegsysteme.
Folienetiketten
PP-Folie ist wasserabweisend, UV-beständig und temperaturresistent bis 80 Grad. Sie hält Kondenswasser, Spritzwasser und direkte Sonneneinstrahlung aus. Farben bleiben brillant.
Einsatz: Kühlschrank, Supermarkt, Sommermarkt, längere Lagerung.
Transparente Etiketten
Bei transparenten Etiketten scheint der Honig durch das Etikett. Dieser No-Label-Look wirkt modern und hochwertig. Weißdruck als Unterlegung empfohlen, damit Farben nicht blass wirken.
Einsatz: Premium-Honig, Geschenksets, Feinkosthandel.
Nassfeste Papiere
Nassfeste Premium-Papiere kombinieren die natürliche Optik von Papier mit der Widerstandsfähigkeit von Folie. Sie überstehen Temperaturschwankungen und Kondenswasser ohne zu wellen.
Einsatz: Kühlschrank, Marktstand, wechselnde Lagerbedingungen.
Materialempfehlung nach Vertriebsweg
| Vertriebsweg | Empfohlenes Material |
|---|---|
| Direktverkauf ab Haus | Recyclingpapier abwaschbar |
| Hofladen | Papier oder nassfestes Papier |
| Wochenmarkt (Sommer) | PP-Folie UV-beständig |
| Supermarkt | PP-Folie oder nassfestes Papier |
| Feinkosthandel | Strukturpapier oder transparente Folie |
| Geschenkverpackung | Strukturpapier mit Heißfolienprägung |
| Mehrwegsystem | Abwaschbares Papier |
Veredelungen für Honigetiketten
| Veredelung | Wirkung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Schutzlack (matt/glänzend) | Schützt vor Abrieb, intensiviert Farben | Basis-Schutz für alle Etiketten |
| Folienkaschierung | Kratzfest, wasserfest, glänzend oder matt | Marktstand, Versand, stark beanspruchte Etiketten |
| Heißfolienprägung | Metallisch glänzende Akzente in Gold, Silber, Kupfer | Premium-Honig, Geschenksets, Weihnachtsmärkte. Einmalige Werkzeugkosten. |
| Blindprägung | Fühlbares Relief ohne Folie, dezent hochwertig | Spezialitätenhonig, gehobener Einzelhandel |
| Soft-Touch-Kaschierung | Samtige Oberfläche, steigert Kaufwahrscheinlichkeit | Premium-Linien, Geschenkverpackungen |
Imkereigrößen und Etikettenbedarf
| Imkereigröße | Typisch | Empfohlene Lösung |
|---|---|---|
| Hobby-Imker (1-5 Völker) | 30-150 kg/Jahr, 60-300 Etiketten. Eigenbedarf, Freundeskreis. | Kleine Auflagen, mehrere Sorten in einer Bestellung kombinieren. |
| Klein-Imker (6-25 Völker) | 180-750 kg/Jahr, 360-1.500 Etiketten. Markt, Hofladen. | Saisonvorrat bestellen. Variable Daten per Stempel oder Freifeld. |
| Nebenerwerbs-Imker (26-50 Völker) | 780-1.500 kg/Jahr, 1.560-3.000 Etiketten. Mehrere Vertriebskanäle. | Halbjahresplanung. Barcode und Säuglingshinweis prüfen. |
| Erwerbs-Imker (über 50 Völker) | Über 1.500 kg/Jahr, über 3.000 Etiketten. Einzelhandel, Gastronomie. | Jahresplanung. Variable Daten per Thermotransfer. EAN-Barcode. |
Praxisbeispiel Hobby-Imker: Ein Imker in Brandenburg hält vier Bienenvölker. Ernte: 80-120 kg/Jahr. Verkauf an Nachbarn, Kollegen und auf dem Weihnachtsmarkt. Lösung: 300 Etiketten pro Jahr, aufgeteilt auf drei Sorten: 150 Blütenhonig, 100 Sommerblüte, 50 Waldhonig. Grunddesign identisch, nur Sortenbezeichnung und Farbstreifen unterscheiden sich. MHD per Stempel. Ergebnis: Einheitliches Markenbild, flexible Einteilung, keine Restbestände.
Praxisbeispiel Nebenerwerbs-Imkerin: Eine Imkerin in Hessen bewirtschaftet 35 Völker. Verkauf: direkt ab Hof, zwei Wochenmärkte, drei Hofläden und eine Bäckerei. Herausforderung: Der Hofladen verlangt EAN-Barcode, die Bäckerei Säuglingshinweis, die Marktgläser müssen UV-beständig sein. Lösung: Zwei Etikettenversionen. Basis-Etikett für Direktverkauf, Einzelhandels-Version mit EAN und Säuglingshinweis. Beide auf PP-Folie. Ergebnis: Zwei Versionen decken alle Anforderungen ab.
Vertriebswege: Etiketten für jeden Kanal
Direktverkauf ab Haus
Kunden kommen zu Ihnen und vertrauen Ihrem Produkt. Nutzen Sie das Etikett, um Ihre Geschichte zu erzählen: Hinweis auf die Region, QR-Code zu Ihrer Website. Pflichtangaben müssen vollständig sein, darüber hinaus freie Hand.
Wochenmarkt und Bauernmarkt
Ihr Etikett muss aus der Entfernung wirken. Kontrastreiche Farben, große Schrift. Sortenname auf 2 Meter lesbar. PP-Folie mit Schutzlack für Wetterfestigkeit bei Sommermärkten.
Hofladen und Bäckerei
Wiederverkäufer stellen eigene Anforderungen. Klären Sie vorab: Barcode? Säuglingshinweis? Ein hochwertiges Etikett rechtfertigt einen höheren Einkaufspreis.
Supermarkt und Einzelhandel
Höchste Anforderungen: EAN-Barcode, Säuglingshinweis, professionelles Design. Tipp: Honiggemeinschaften bündeln Mengen mehrerer Imker für kontinuierliche Belieferung.
Online-Verkauf
Wie Direktverkauf, zusätzlich muss das Etikett versandtauglich sein (keine Ablösung durch Erschütterungen). Fotografieren Sie Ihre Gläser für den Online-Shop. Ein hochwertiges Etikett wirkt auch auf dem Bildschirm.
Firmenkunden und Werbegeschenke
Unternehmen suchen nachhaltige Give-aways. Honig im kleinen Glas (30 g oder 125 g) mit Firmenlogo. Bieten Sie ein modulares System: Basis-Etikett + Kunden-Logo als Zusatzetikett.
Variable Daten: MHD und Losnummer nachträglich aufbringen
| Methode | Eigenschaften | Geeignet für |
|---|---|---|
| Stempel | Günstig, flexibel, keine Geräte. Kann verschmieren. | Hobby-Imker, Klein-Imker |
| Thermotransferdruck | Professionell, dauerhaft, wischfest. Gerät ab ca. 300 EUR. | Nebenerwerbs-Imker, Erwerbs-Imker |
| Inkjet-Druck | Flexibel, auch für QR-Codes. Höhere Gerätekosten. | Erwerbs-Imker mit hohen Stückzahlen |
| Blankofeld zum Beschriften | Keine Geräte, persönliche Note. Zeitaufwändig. | Direktverkauf mit persönlichem Kundenkontakt |
Freifläche einplanen: Reservieren Sie auf Ihrem Etikett mindestens 30 x 10 mm für das MHD-Feld. Heller Hintergrund für Stempel oder Nachdruck.
Nebenprodukte etikettieren: Propolis, Blütenpollen, Wachskerzen
Viele Imker verkaufen neben Honig weitere Bienenprodukte. Jedes erfordert eine eigene Etikettierung.
Bienenwachskerzen
Keine Lebensmittelkennzeichnung, aber Sicherheitshinweise: Kerze nie unbeaufsichtigt brennen lassen, feuerfeste Unterlage verwenden. Bei Duftkerzen mit Zusätzen gelten zusätzlich die CLP-Vorschriften für gefährliche Stoffe. Empfehlung: Kleines Etikett am Kerzenfuß oder Anhänger mit Sicherheitshinweisen.
Propolis
Je nach Verwendungszweck gelten unterschiedliche Vorschriften:
- Propolis als Nahrungsergänzungsmittel: Lebensmittelkennzeichnung mit Verzehrempfehlung, Warnhinweisen und Nährwertangaben.
- Propolis in Kosmetik: Kosmetikverordnung mit INCI-Deklaration.
- Rohpropolis zum Weiterverarbeiten: Keine spezifischen Kennzeichnungspflichten, Angabe von Herkunft und Menge empfohlen.
Blütenpollen
Blütenpollen gelten als Nahrungsergänzungsmittel. Auf das Etikett gehören: Verkehrsbezeichnung ("Blütenpollen" oder "Bienenpollen"), Nettofüllmenge, MHD, Verzehrempfehlung, Warnhinweis für Allergiker, Name und Anschrift.
Wabenhonig
Wabenhonig unterliegt der Honigverordnung. Die Kennzeichnung entspricht der von normalem Honig. "Wabenhonig" ist eine zulässige Verkehrsbezeichnung, z.B. "Wabenhonig aus Blütenhonig".
Barcode und EAN
Für den Einzelhandel: EAN-13 Barcode über GS1 Germany. Für Klein-Imker gibt es günstigere Tarife. Informationen unter gs1.de.
Platzierung: Mindestbreite 30 mm, Ruhezone 3 mm links und rechts, schwarzer Druck auf hellem Grund, ebene Fläche. Vor Produktion Scantest durchführen.
Alternativen: Manche Wiederverkäufer vergeben eigene Barcodes für regionale Produkte. Honiggemeinschaften können gemeinsam einen EAN beantragen und die Kosten teilen.
Design-Grundsätze für Honigetiketten
Wiedererkennbarkeit und Lesbarkeit
- Einheitliches Grunddesign für alle Sorten
- Nur Sortenbezeichnung und Farbcodierung unterscheiden sich
- Sortenbezeichnung auf 2 Meter Entfernung lesbar
- Logo im oberen Drittel, wiedererkennbar
- Vermeiden Sie zu filigrane Schriften
Authentizität und Farbwahl
- Honig ist Natur: Erdtöne, Naturpapiere, handschriftliche Elemente
- Blütenhonig: Helle Töne (Gelb, Creme, Weiß)
- Waldhonig: Dunklere Töne (Grün, Braun, Bernstein)
- Rapshonig: Hellgelb mit Grünakzenten
- QR-Code: Website, Video, Rezepte (mind. 15 x 15 mm)
Typische Fehler bei Honigetiketten
- Etiketten lösen sich ab: Feuchtigkeit oder Fett auf der Glasoberfläche. Lösung: Gläser reinigen, vollständig trocknen, bei Raumtemperatur etikettieren.
- Etiketten wellen im Kühlschrank: Papieretiketten nehmen Feuchtigkeit auf. Lösung: Nassfestes Papier oder PP-Folie.
- Farben verblassen im Schaufenster: UV-Strahlung. Lösung: PP-Folie mit UV-Schutzlack.
- Ecken lösen sich auf gewölbten Flächen: Steifes Material. Lösung: Flexible Folie oder abgerundete Ecken.
- Pflichtangaben fehlen oder sind zu klein: Designfokus auf Optik. Lösung: Alle Pflichtangaben vorab auflisten, Schriftgrößen prüfen.
- MHD-Feld zu klein: Kein Platz für variable Daten. Lösung: Mindestens 30 x 10 mm reservieren, heller Hintergrund.
- Barcode nicht scanbar: Zu klein, zu wenig Kontrast, auf gewölbter Fläche. Lösung: Mindestens 30 mm breit, schwarz auf weiß, Scantest.
Jahresplanung für Imker
| Zeitraum | Imkerei-Saison | Etikettenplanung |
|---|---|---|
| Jan-März | Vorbereitung, erste Blüten | Design finalisieren, Etiketten für Frühtracht bestellen |
| Apr-Juni | Frühtrachternte, Raps, Obstblüte | Etikettieren, MHD aufbringen, erste Verkäufe |
| Jul-Aug | Sommertracht, Waldhonig, Markt-Hochsaison | Etiketten für Sommerernte bereithalten, nachbestellen |
| Sept-Okt | Spättracht, Heidetracht, Wintervorbereitung | Bestände prüfen, Weihnachtsetiketten bestellen |
| Nov-Dez | Weihnachtsmärkte, Geschenkverkauf | Probierglas- und Geschenketiketten. Für nächstes Jahr planen. |
Planungs- und Produktionsablauf
Wenn Sie Etiketten für Ihre Imkerei planen, besprechen wir:
- Ihre Vertriebswege: Direkt, Wiederverkäufer, Online? Barcode nötig?
- Ihre Glastypen: DIB, Twist-Off, Sechseck? Größen? Gewährverschluss?
- Ihre Sorten: Wie viele? Einheitliches Design? Farbcodierung?
- Ihre Stückzahlen: Gläser pro Jahr? Verteilung auf Sorten? Hauptsaison?
- Variable Daten: Stempel, Nachdruck, Handschrift? Blankofelder?
- Zeitplanung: Wann brauchen Sie die Etiketten? Weihnachtsmärkte?
- Anfrage: Glastyp, Etikettengröße, Auflage, Material und Veredelung mitteilen
- Angebot: In der Regel innerhalb eines Arbeitstages mit Stückpreis, Lieferzeit und technischen Hinweisen
- Druckdaten: Sie liefern Ihre Druckdaten (PDF, AI, EPS). Wir prüfen kostenlos.
- Freigabe: Digitaler Proof. Auf Wunsch physischer Andruck.
- Druck und Lieferung: Produktion und Versand frei Haus innerhalb Deutschlands.
Checkliste vor der Etikettenbestellung
Rechtliche Angaben
- Verkehrsbezeichnung korrekt (Honig oder Sorte)?
- Ursprungsland ausgeschrieben ("Deutschland", nicht "DE")?
- Name und vollständige Anschrift?
- Nettofüllmenge in richtiger Schriftgröße?
- MHD-Feld oder feste Angabe?
- Losnummer oder tagesgenaues MHD?
- Barcode und Säuglingshinweis (bei Einzelhandel)?
- Bio-Logo und Öko-Kontrollstelle (falls Bio)?
Technische Angaben
- Etikettenformat passend zum Glas?
- Material für den Einsatzzweck geeignet?
- Farbprofil CMYK (kein RGB)?
- Auflösung mindestens 300 dpi?
- Beschnitt 1 mm umlaufend?
- Bei Freiformetiketten: Beschneidungspfad korrekt?
- Bei transparenten Folien: Weißdruck angelegt?
- Platz für variable Daten (MHD, Losnummer)?
Häufige Fragen zu Etiketten für Imker
Muss ich Mitglied im Deutschen Imkerbund sein, um Honig zu verkaufen?
Nein. Die Mitgliedschaft im DIB ist freiwillig. Sie berechtigt zur Nutzung des DIB-Gewährverschlusses und der Marke "Echter Deutscher Honig". Ohne Mitgliedschaft können Sie Ihren Honig mit eigenem Etikett verkaufen.
Wie lange ist Honig haltbar?
Richtig gelagert ist Honig praktisch unbegrenzt haltbar. Das MHD legen Sie selbst fest. Üblich sind zwei Jahre ab Abfüllung. Sie garantieren damit, dass der Honig bis zu diesem Datum seine typischen Eigenschaften behält.
Kann ich verschiedene Honigsorten in einer Bestellung kombinieren?
Ja. Verschiedene Motive lassen sich in einer Bestellung zusammenfassen. So profitieren Sie von Staffelpreisen, auch bei kleinen Mengen pro Sorte.
Brauche ich einen Gewerbeschein für den Honigverkauf?
Bei gelegentlichem Verkauf kleiner Mengen aus eigener Erzeugung in der Regel nicht. Ab einer bestimmten Größenordnung gilt der Verkauf als gewerblich. Die Grenzen variieren je nach Bundesland. Fragen Sie bei Ihrem Finanzamt nach.
Muss ich meinen Honig untersuchen lassen?
Für den Verkauf als "Honig" oder "Blütenhonig" ist keine Laboranalyse erforderlich. Für Sortenbezeichnungen wie "Akazienhonig" sollten Sie nachweisen können, dass der Honig überwiegend aus dieser Trachtquelle stammt. Eine Analyse gibt Sicherheit.
Darf ich "Bio" auf das Etikett schreiben?
Nur mit gültiger Bio-Zertifizierung. Die Bezeichnung "Bio" oder "Öko" ist gesetzlich geschützt. Sie erfordert die Einhaltung der EU-Öko-Verordnung und die Kontrolle durch eine zugelassene Kontrollstelle.
Was ist ein Gewährverschluss?
Ein Etikettenstreifen, der vom Glas über den Deckel auf die andere Seite reicht. Beim Öffnen reißt er ein. Das signalisiert dem Kunden, dass das Glas unversehrt ist. Beim DIB-Glas ist der Gewährverschluss gleichzeitig das offizielle DIB-Etikett.
Gibt es Mindestbestellmengen?
Nein. Digitale Produktionsverfahren ermöglichen auch kleine Auflagen. Verschiedene Sorten in einer Bestellung kombinierbar.
Ihre Vorteile bei uns
- Branchen-Beratung: Material, Format und Veredelung abgestimmt auf Ihren Glastyp und Vertriebsweg
- Auch kleine Auflagen im Digitaldruck, verschiedene Sorten in einem Auftrag
- Papier, nassfestes Papier, PP-Folie, transparente Folie, abwaschbare Etiketten
- Veredelung: Heißfolienprägung, Blindprägung, Soft-Touch, Folienkaschierung
- Gewährverschluss in allen gängigen Formaten
- Kostenlose Datenprüfung und technische Abstimmung vor Druck
- Eigene Produktion in Deutschland
Etiketten für Ihre Imkerei anfragen
Bereit für Ihre Etiketten?
Konfigurieren Sie Ihre Etiketten direkt im Shop oder lassen Sie sich beraten.
Honigetiketten konfigurieren Exklusive Etiketten anfragen Muster bestellen Beratung anfragen
Über den Autor
Fachberatung Honigetiketten der Print Group GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Martin Schunk. Seit 2003 produzieren wir Etiketten für Imkereien jeder Größe. Schwerpunkte: Honigverordnung, Materialauswahl nach Vertriebsweg, Gewährverschluss, Etikettierung von Nebenprodukten.
Bewertung des Tages
"Wir haben Kosmetiketiketten bestellt und diese sind hervorragend geworden viel Dank"
- Nicole A